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  Grundkurs Pilzbestimmung
  Text und Illustration: Rita Lüder

 

ISBN 3494013411

Dieses völlig neuartige Werk ermöglicht das Kennenlernen der Pilze auf einfache, systematische und somit sichere Weise.
Der Grundkurs führt unter Verwendung eines leicht verständlichen Schlüssels "Schritt für Schritt" an die Bestimmung von Pilzen heran. Die wichtigen Merkmale können so zuverlässig erkannt und dadurch Gattungen und Familien sowie die 300 am weitesten verbreiteten Pilzarten sicher bestimmt werden.
Um Verwechslungen auszuschließen, werden die bedeutendsten Speisepilze ebenso wie ihre giftigen "Doppelgänger" nochmals ausführlich und in faszinierenden Detailaufnahmen vorgestellt.


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Poster Systematik
DIN A1
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Speisepilze

Vorwort

Laub raschelt unter den Füßen, der typisch aromatische Geruch nach feuchtem Laub, Waldboden, Pilzen und Holz liegt in der Luft. Strahlendes Sonnenlicht durchflutet das Herbstlaub der Bäume und verwandelt den Wald in ein Farbenmeer. Dazu ein strahlend blauer Himmel. Das Laub am boden gleicht einer Farbpalette der verschiedensten Gelb-, Orange- und Brauntöne.

Dazwischen auf einmal rote Farbkleckse: Fliegenpilze mit zarten weißen Flocken und leuchtenden Hüten. Sie verraten, dass hier mit Steinpilzen zu rechnen ist. Das Pilzherz schlägt höher, die Sammelleidenschaft erwacht. Jeder Schritt ist eine neue Entdeckung, manche Pilze sind viel zu schön um sie aus ihrem Lebensraum zu entfernen. Die Magie ihrer Formen und Farben verzaubert die Seele und lässt das Herz höher schlagen.

Ich erinnere mich gerne an solch einen Tag, den wir im Harz verbracht haben. Es ist vollkommen windstill, nur ab und zu löst sich ein Blatt und schwebt lautlos zu Boden. Ausgelassen wie die Kinder versuchen wir unter diese Blätter zu laufen. Wir stellen uns vor, dass jedes Blatt, das uns berührt, Glück bringt. Und dann die Entdeckung der ersten Pilze: Rote Tupfer im gelben Laub, wunderschön anzusehen. Aber ihre leuchtenden Hüte verraten, dass diese Täublinge brennend scharf schmecken werden. Aber dort, diese gelben Flecken sind keine Blätter: wunderschöne Pfifferlinge wandern in den Pilzkorb. Jeder einzelne eine Versuchung, und beim Gedanken an das Pfifferlingsomelett läuft uns bereits das Wasser im Munde zusammen - und dann ein Hexenring aus Gefleckten Rüblingen. Es sind zwar keine Speisepilze, aber sicher ist, dass das, was wir uns an solch einem Tag in ihrer Mitte wünschen, in Erfüllung gehen wird.
Ich sammele seit meiner Kindheit mit meinen Eltern Pilze, doch es ist auch nach so vielen Jahren für mich immer wieder ein Erlebnis. Diese „kleinen Naturwunder“ haben auf mich schon immer eine magische Anziehungskraft ausgeübt, vermutlich weil sie so wenig berechenbar sind und auch in bekannten Sammelgebieten immer wieder für Überraschungen sorgen - oder weil sie manchmal einfach ausbleiben.

Jeder Pilz ist für sich ein kleines Wunder an Schöpfungskraft und Inspiration und erzählt seine eigene Geschichte. Die Fruchtkörper sind oft zart, zerbrechlich und kurzlebig, andererseits können sie mit ihrem Wachstum Steine und Äste anheben. Den Schopftintlingen und Stadtchampignons gelingt es sogar sich durch Asphalt zu arbeiten. Andere, wie beispielsweise die Porlinge, umwachsen Hindernisse wie Grashalme und Äste einfach so, als ob sie nicht da wären. Einige Arten können mit ihrem Wurzelgeflecht, dem Myzel, ganze Bäume zu Fall bringen, mehrere 100 Jahre alt werden und sich über viele Quadratkilometer ausstrecken. Und ihr schier unerschöpflicher Ausdruck an Erscheinungsformen ist grandios.

Bestimmungsgruppen

Mit diesem Buch möchte ich Ihnen diese faszinierende Welt der Pilze näher bringen. Ich möchte Sie in die Magie dieser geheimnisvollen Wesen entführen, die weder Tier noch Pflanze und für den gesamten Kreislauf des Lebens unabdingbar sind und das Vergehen mit dem Neubeginn verbinden.
Mit etwa 5000 Großpilzarten ist es ein schier unendliches Betätigungsfeld, das eine weit größere Artenvielfalt aufweist als die Pflanzenwelt unserer Breiten. Erst durch die Systematik wird diese Vielfalt der Farben und Formen überschaubar. Dieses am Anfang oft als lästig empfundene System macht es für Sie mit jeder neuen Bestimmung einfacher, eine neue Art kennen zu lernen. Wenn Sie sich erst einmal einen gewissen „Grundstock“ aufgebaut haben, erkennen Sie auf Anhieb die Pilzfamilie oder sogar die Gattung und haben immer mehr Spaß an der Bestimmung.


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